MEAN GREENE MOTHER FROM OUTER SPACE

Ellen Greene war Audrey als „Little Shop of Horrors“ 1982 in New York Premiere hatte. Ihre Version von „Somewhere that's Green“ hat einen festen Platz in der Ikonographie des amerikanischen Musicals und ist das Zeug aus dem Legenden gemacht sind: Aus einem leicht ironischen Kitsch-Song erwächst plötzlich etwas Ungeahntes. In Deutschland sind die Sachen ja grundsätzlich sehr tief oder einfach nur oberflächlich, wenn Ellen Greene singt, dann ist das beides gleichzeitig und hat das Potential uns alle zu verschlingen. Wo Schauspieler*innen ansonsten angehalten sind, sich mit ihren eigenen Rollen zu verwachsen, hat sich Ellen Greene mit der eigentlichen Hauptrolle aus „Little Shop of Horrors! verwachsen - der der fleischfressenden Pflanze nämlich. Vielleicht ist das ursprüngliche, nach Testscreenings editierte, Ende des Musicals, in dem sich Audrey an Audrey II verfüttern lässt und diese dann die Weltherrschaft übernimmt, die eigentliche sogenannte Wirklichkeit: Ellen Greene als SuperAudrey, die die Begrenztheit der sogenannten Körpergrenzen verstanden hat und im wahrsten Sinne des Wortes darüber hinauswächst; als Great Old One (frei nach H. P. Lovecraft), als mächtiges überirdisches Wesen, als mighty green mother from Outer Space. In MEAN GREENE MOTHER FROM OUTER SPACE befassen wir uns also ausgehend von Ellen Greene mit Stars als Pflanzen: Pflegeanleitungen und Diva-Demands, welches Licht ist vorteilhaft, wie pflegt man Karrieren ohne im Möbelhaus zu enden, Broadway-Geschichte und Biozönose und was man mit Stimmen noch alles machen kann auf dem Weg zur World-Domination. Dabei werden Pflanzenanordnungen zum Kostüm, verbinden sich zu kaleidoskopartigen Dioramen, werden zum Bühnenbild, zu Gastgebern. Durch Kombination verschiedener Arten und über Animation ihrer Blätter und Blüten, in Szene gesetzt von Movinglights und anderen Theatereffekten, entsteht so eine kleine Show über die gefährliche Star-Quality von Pflanzen.

Ein Biopic von Gerhild Steinbuch/Johannes Müller/Philine Rinnert

Im Rahmen von Copy &Waste "Copyshop of Horror"

mit Shlomi Moto Wagner und Jördis Richter

Aufführungen: 30. November./ 1. /2. und 17. Dezember 2017

copyandwaste.de/copyshop-of-horrors/